Programm

Hier findet ihr das vorläufig endgültige Programm des Lausitzcamps. Änderungen und Ergänzungen werden täglich auf dem Camp am Orgazelt bekannt gegeben. Wenn du ein eigenes Workshopangebot planst, kannst du dich ebenfalls beim Infozelt melden.

Tägliches Angebot

  • Ausstellung „The true Cost of Coal“ (über Raubbau in den Appalachen)
  • Das „EE-Mobil“ – Energieautarkie auf 4 Rädern
  • Der Elektroroller des Vereins Regenerative Mobilität
  • Ab 13.30 Uhr wird täglich mit der Sonne gekocht

Exkursionsangebote

  • Mo 16.00 Uhr Exkursion Taubendorf
  • Di + Fr 10.00 Uhr Tagesexkursionen in die Energieregion
  • Do 14.30 + Fr 14.00 Uhr Radexkursionen in die Umgebung

Workshop-Zeiten in der Regel

11.00-13.00 Uhr
14.30-16.00 Uhr
16.30-18.00 Uhr

Abendveranstaltung im Zirkuszelt

täglich 20.00 Uhr (außer Dienstag 20.30 Uhr)

Sonnabend 16.08.

  • Anreise, Helfen beim Restaufbau
  • Volxküche „Fläming Kitchen“ ist bereits vor Ort!

Sonntag 17.08.

  • 10.00 Uhr Kirche Kerkwitz:
    Gottesdienst zur Bewahrung der Schöpfung– offen auch für Campbesucher, mit Pfarrer Mathias Berndt, Seelsorger für die Bergbauregion
  • 11.00 Uhr Kirche Kerkwitz, Kirchenführung unter dem Motto:
    „Wie kam der Schwedenkönig Gustav Adolf in die Kerkwitzer Kirche?“ mit Roswitha Koch aus Kerkwitz
  • 14.00 Uhr Campplatz: Fest der Energiewende, feierliche Eröffnung des 4. Lausitzer Klima- und Energiecamps, organisiert von Bürgern der Gemeinde Schenkendöbern gemeinsam mit dem Vorbereitungsteam des Klimacamps und gestaltet von Menschen aus der ganzen Region.
    Grußansprachen vom Ortsvorsteher von Kerkwitz, Herrn Roland Lehmann,
    vom Bürgermeister der Gemeinde Schenkendöbern, Herrn Peter Jeschke,
    vom Bürgermeister der Stadt Guben, Herrn Fred Mahro,
    von einer/m VertreterIn des Vorbereitungsteams Lausitzcamp.
    Moderation von und mit Michael Apel

Programmpunkte

Zwischen 14.30 und 16.00 Uhr:

Interviews mit Menschen aus der Region und Standinhabern
Sorbische Kreistänze für alle unter Anleitung von Ballettmeister Michael Apel
Energiequiz u.a.

16.00 Uhr Bühne Sportplatz oder Biergarten Dorfkrug

„Drahtseilakt“ – Liederkabarett mit Pittkunings

Dieses Programm mit besinnlichen, kämpferischen und fröhlichen Liedern dreht sich vor allem um die sorbische Identität zwischen Alltag, sorbischer Kultur, deutscher Bildung, Bergbau und Tourismus

anschließend

Auflösung Energiequiz und Prämierung der Gewinner mit Preisen rund um das Thema Energie.

17.30 Uhr, Zirkuszelt

Film „Leben mit der Energiewende 2“ mit anschließender Gesprächsmöglichkeit mit Thomas Link vom Filmteam

19.30 Uhr Bühne

Ramona & Hannes live: Country, Oldies, Rock

Anschließend bis ca 22.00 Uhr

Flo und Chris aus Cottbus legen auf

 

  • Angebote der Stände:
    – Elektrotrabi von Alf Reinhard aus Dresden – in Kombination mit seinem Stand „Energieflussdiagramm für solare Bauleitplanung“
    – „Energieautarkie auf vier Rädern“ – das EE-Mobil der Energieautark GmbH Leipzig, betreut von Hannes Wilhelm-Kell
    – Elektroroller des Bundesverbandes Regenerative Mobilität e.V. – kann auch mit gefahren werden!
    – Elektroauto Renault Zoe vom Autohaus Bufe Lässig – Funktionsweise, Parameter
    – Solargenossenschaft Guben e.G.
    – Pro Guben – Verein für Umwelt und Energie e.V. und seine Projekte und Angebote
    – Fa. Elektro-Service Weiche GmbH, Guben – Beratung, Vertrieb und Installation von Photovoltaikanlagen mit und ohne Speicher – mit Herrn Hube
    – Vertical Gardening – über das Gärtnern/Selbstversorgen auf engem (städtischen) Raum und Balkons mit Thomas Burchardt
    – Stromanbieterwechsel leicht gemacht – mit Antje
    – Ausstellung „The True Cost of Coal“ – vom Beehive Collective aus Maine, USA, das mit einem großen Mosaik die Art und Weise des Kohleabbau in den Appalachen (Mountain Top Removal) und den Widerstand dagegen aufgezeichnet hat
    – Schnupperklettern mit Robin Wood (vor dem Agenda-Büro)
    – Mit der Sonne kochen – Essen zubereiten in Sonnenkochern. Danach Workshop: Solar-Campingkocher selbst bauen.- mit Birgit Kursawe.

    Essen und Trinken:
    – Kuchenspenden von der betroffenen Region und Kaffeeausschank von den Kerkwitzer Frauen
    – Bratwurst vom Bauernhof Schulz aus Atterwasch , Verkauf über Dorfkrug Kerkwitz
    – Vegane Volxküche „Fläming Kitchen“
    – Pizzastand der Klinger Runde
    – Erdbeerstand vom Himbeerhof Wielotov – bei ausreichender Erntemenge
    – Getränkewagen des Camps
    – Ausschank vom Dorfkrug

Montag 18.08.

  • Ständig/täglich:
    + Ausstellung „The True Cost of Coal “, künstlerische Großgrafik des „Beehive Collective“ aus den USA über den Kohleabbau in den Appalachen (Mountain Top Removal ) und den Widerstand dagegen
    + EE-Mobil – Energieautarkie auf vier Rädern als Modell für energieautarkes Wohnen

    + ab 16.00 am Agenda-Büro, Radexkursion: „Taubendorf- Leben am Rande des Tagebaus“
    mit Jürgen Handreck, Ortsvorsteher von Taubendorf
    Taubendorf und seine Umgebung / Auswirkungen des Tagebaus Jänschwalde / Auswirkungen der Planungen Jänschwalde-Nord / Tagebau Polen
    + täglich: „Mit der Sonne kochen …“ mit Birgit Kursawe 28)
  • 11.00 Uhr
    + „Divestment: Kein Geld mehr für Kohle, Öl und Gas. Wie man öffentliche Institutionen auffordert, nicht länger in fossile Brennstoffe zu investieren“, eine Kampagne stellt sich vor, mit Isabell Eberlein, fossil free Gruppe Berlin 1)
    + „Das EJOLT Projekt und Umweltkonflikte in Deutschland“ mit Gabriel Weber, Lecturer in Business Ethics an der Northumbria University, Newcastle, UK und Fellow bei Fundacio ENT (Umweltforschungsinstitut nahe Barcelona) 2)
  • 14.30 Uhr
    + „Fracking und CCS in Europa“ mit Lothar Lehmann, Netzwerk EnergieBildung in der Altmark 3)
    +„Sustainable Energy Workshop“ mit Astghik Sargsyan, Jerewan, Armenien (englisch) 4)
    + „Braunkohletagebau und Tagebauplanungen beiderseits der Neiße aus Sicht der Gemeinde Schenkendöbern“ mit Andreas Stahlberg, Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung Schenkendöbern für Bergbaufragen 4a)
  • 16.30 Uhr
    + „Enkeltaugliche Energie- und Wirtschaftskonzepte – Workshop zum Mitrechnen und für Aha-Effekte“ mit Hannes Wilhelm-Kell, Leipzig
  • 20.00 Uhr Zirkuszelt
    + „Zur Lage in der Region – Fakten, Überlegungen, Handlungsimpulse gegen neue Tagebaue beiderseits der Neiße und in der gesamten Lausitz“
    Forum mit:
    Andreas Stahlberg, Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung Schenkendöbern für Bergbaufragen
    René Schuster, Grüne Liga Umweltgruppe Cottbus
    Anna Dziadek, NIE KOPALNI ODRKYWKOWEY – Kohle Nein!, Republik Polen
    Moderation: Pfarrer Mathias Berndt, Seelsorger für die Bergbauregion

Dienstag 19.08.

  • + Abfahrt 10.00 Uhr am Agendabüro Kerkwitz, Busexkursion
    „Energiewende in Bürgerhand! – Tagesexkursion in die Energieregion Lausitz“
    Mit Sebastian Zoepp, Spreescouts, Teilnahmegebühr 10 Euro 29)
    + täglich: „Mit der Sonne kochen …“ mit Birgit Kursawe 28)
  • 11.00 Uhr
    + „Energiegewinnung und -speicherung mittels isothermischer Druckluft“
    Eine Innovation – vorgestellt von Dr.-Ing. Jürgen Heinig, Lauchhammer 5)
    + „Billige Kohle für Deutschland und andere EU-Länder“ mit Sebastian Roetters, Powershift 6)
    + „Fighting coal in Europe – ein Überblick über den Kohlewiderstand in Europa“ mit Mona Bricke, Klimaallianz und Kathrin Gutmann, Climate Action Network Europe – in Englisch, Übersetzung in Deutsch nach Bedarf 7)
    + „Der Klimawandel erfordert einen neuen Gesellschaftsvertrag“ mit Prof. Dr. Dr. Götz Brandt 8)
  • 14.30 Uhr
    + „Freihandelsabkommen wie TTIP (EU-USA) und CETA (EU-Kanada) – eine neue Gefahr für Klima- und Energiepolitik“ mit Peter Fuchs, Powershift 9)
    + „Gesundheitsschäden durch Kohle – Fakten und Argumente“ mit Julia Huscher, Referentin für Energie und Gesundheit bei der Health and Environment Alliance 10)
    + „Welche inhaltlichen Eckpunkte muss das EEG enthalten,  um die Energiewende zu beschleunigen anstatt auszubremsen?“ mit Dipl.-Ing (FH) Dieter Brendahl, Cottbus 11)
  • Danach kein Workshop, auf zum Fußballspiel nach Groß Gastrose!
    (Fußweg ca. 20 Min.)
  • 19.00 – 20.15 Uhr
    Sportplatz Groß Gastrose
    + Fußballfreundschaftspiel: Regionalauswahl gegen Camp-Mannschaft
    Auch dieses Jahr wird es wieder ein Fußballspiel der CampteilnehmerInnen gegen eine lokale Auswahl geben. Wir suchen noch talentierte MitspielerInnen (->bitte beim Infozelt melden!).
    Anschl. Fahrt mit allen verfügbaren Autos zum Zirkuszelt!
  • 20.30 Uhr Zirkuszelt
    + „Mit Gütekraft aus der Kohle aussteigen“
    Der Friedensforscher Dr. Martin Arnold zu Konzepten und Erfahrungen gewaltfreier Aktion
    Eine Einführung in das Thema 12)

Mittwoch 20.08.

  • + täglich: „Mit der Sonne kochen …“ mit Birgit Kursawe 28)
  • 11.00 Uhr Zirkuszelt
    + „Voices of Transition“ – ein Film von Nils Aguilar
    Der Mut machende Dokumentarfilm Voices of Transition zeigt anhand positiver Beispiele aus verschiedenen Ländern, wie wir unsere Felder und Städte auf die doppelte Herausforderung von Klimawandel und Erdölknappheit vorbereiten können. 13)
    + „Gütekraft“ – vertiefender praktischer Workshop Teil 1 – mit Dr. Martin Arnold
    – siehe Anmerkungen bei Nr. 12)
  • 14.30 Uhr
    + „Demokratie und Kohle?! – Kohle, Demokratie und die Macht der größeren Zahl“ – mit Dr. Gerd Rüdiger Hoffmann, Kulturpolitiker und Philosoph
    + „Wege zur energieautarken Versorgung – Praxis für Haus, Hof, Gewerbe“ mit Hannes Wilhelm-Kell, Leipzig
    + „Heimat“ – Auseinandersetzung mit einem belasteten Begriff“ – mit Dipl. Päd. Michael Spitzer 14)
  • 16.30 Uhr
    + „Gütekraft – ein Konzept für die Lausitz erarbeiten!“ – mit Dr. Martin Arnold
    – ein Angebot vorrangig an die Menschen in der Bergbauregion Niederlausitz –
    – siehe Anmerkungen bei Nr. 12)
  • 19.00 oder 21.30 Uhr Musikschule Guben
  • 20.00 Uhr Zirkuszelt
    Theatergastspiel –Theater am Rand, Zollbrücke
    „Machwerk oder Das Schichtbuch des Flick von Lauchhammer“
    Von Volker Braun, mit Walfriede Schmidt, Tobias Morgenstern und Jens-Uwe Bogadtke
    Flick: »Die Erde hat ein Gedächtnis, und wo der Mensch seine Sache längst versandet glaubt, ist sie noch immer zum Umsturz bereit.«
    15)

Donnerstag 21.08.

  • + ab 14.30 Uhr am Agenda-Büro, Radexkursion: „Feuchtgebiete-Tour“
    Exkursion in vom Bergbau bedrohte FFH-Gebiete, Moore und Feuchtgebiete der nahen Umgebung, mit Andreas Stahlberg, Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung Schenkendöbern für Bergbaufragen
    + täglich: „Mit der Sonne kochen …“ mit Birgit Kursawe 28)
  • 11.00 Uhr
    + „Bergrecht aktuell: wie „ticken“ Bergbehörden, wie entscheiden Gerichte, was vermag politischer Druck?“ mit Rainer Zawislo, Diplom-Bergingenieur
    + „Gütekraft“ – vertiefender praktischer Workshop Teil 2 – mit Dr. Martin Arnold
    – siehe Anmerkungen bei Nr. 12)
    + „Aufbruch zum Europa der Regionen – ein Workshop zur Stärkung des Regionalbewusstseins“, mit Hannes Wilhelm-Kell, Vorsitzender der Lausitzer Allianz
    + „It’s all about PR – Ist alles schon schön bunt hier – aber Ästhetik schadet auch nicht.“ (über das Gestalten von Bannern, Fotos, Social Media u.a.) mit Charlene und Julia 15a)
  • 14.30 Uhr
    + „Leben am Rand der Demokratie? – zur Situation in der tagebaugeprägten sächsischen Lausitz“ Kurzfilme zum Thema – anschließend Gespräch mit Edith Penk aus Schleife 16)
    + „About Coal and Watershortage in South Africa“ mit Lucky Maisanye, Südafrika und Kathrin Ganswindt von “Urgewald” – in Englisch und Deutsch 17)
    + „Sorbische / Wendische Kultur in der Lausitz“ mit René Schuster, Grüne Liga Umweltgruppe Cottbus 18)
  • 16.30 Uhr
    + „Defizite und Mängel der Strategischen Umweltprüfung zum Braunkohleplan Welzow Süd TAII/ ÄTA I“ mit Dipl.-Ing. Nicole Haustein
    + „Verockerung der Spree – Prozess, aktuelle Situation – und auch Lösungswege?“ – mit Wolfgang Renner, Gewässerökologe und Mitglied im Bündnis Klare Spree
    + „Fossile Kraftwerke – überflüssig durch ,Power to Gas’ (Strom zu Gas)“ mit Christfried Lenz, BI „Kein Co2-Endlager in der Altmark“ 19)
  • 20.00 Uhr Zirkuszelt
    + „Ein Euro, eine Stimme – wie käuflich ist unsere Demokratie?“
    Vortrag und Diskussion mit Christina Deckwirth (LobbyControl) und Mathew D. Rose (Investigativer Journalist für organisierte politische Kriminalität) 20)

Freitag 22.08.

  • + Abfahrt 10.00 Uhr am Agendabüro Kerkwitz, Busexkursion
    „Energiewende in Bürgerhand! – Tagesexkursion in die Energieregion Lausitz“
    Mit Sebastian Zoepp, Spreescouts, Teilnahmegebühr 10 Euro 29)
    + ab 14.00 Uhr am Agenda-Büro, Radexkursion in benachbarte Orte „Taubendorf und Grießen als Rand- bzw. Insellagen durch Kohle verursacht“ – einschließlich Neiße-Wasserwerk in Grießen
    Mit Andreas Stahlberg, Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung Schenkendöbern für Bergbaufragen

    + täglich: „Mit der Sonne kochen …“ mit Birgit Kursawe 28)
  • 11.00 Uhr
    + „Krieg Macht Klima oder Wie viele Waffen braucht eine Postwachstumsgesellschaft?“
    AG „Krieg Macht Klima“ des Netzwerks „Energiekämpfe in Bewegung“ 21)
    + „Stress- und Burnout-Prävention für politische Aktivisten“ mit Uschi von „out of action“ 22)
    + „Der Kampf um Horno und Lacoma – Geschichte des Braunkohlewiderstandes in der Lausitz“ mit René Schuster, Grüne Liga Umweltgruppe Cottbus
  • 14.30 Uhr
    + „Perspektiven des Kohlewiderstands in Berlin“ – Aktionsparcour mit VertreterInnen von Gegenstrom Berlin 23)
    + im Zirkuszelt! „Energiewende 2.0 – Aus der Nische zum Mainstream“ mit Dr. Gerd Rosenkranz, Agora Energiewende 24)
  • 16.00 Uhr
    + „Bioenergiedorf-Coaching – konkrete Lösungen der Energiewende vor Ort finden und umsetzen“ – mit Andrea Liane Spangenberg, Bioenergiedorf Coaching Brandenburg e.V. 25)
  • 16.30 Uhr Zirkuszelt
    + „Warum der Ausstieg aus der Kohle wichtig ist für unsere Zukunft“
    Prof. Dr. Manfred Stock, Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) 26)
  • 20.00 Uhr Zirkuszelt
    + „Flucht und Vertreibung durch den Klimawandel“ mit Harald Glöde von Borderline Europe
    Vortrag und Diskussion 27)
  • Anschließend Livemusik mit
    + „Koldewey“ aus Regensburg
    + „Käptn Blauschimmel und die Süßwassermatrosen“ aus Cottbus“

Samstag 23.08.

  • 13.00 – 21.00 Uhr www.humanchain.org
    „Internationale Menschenkette und EndCoal-Festival“
    + 11.00 – 13.00 Uhr Vorbereitung auf die Menschenkette
    + bis 13.45 Uhr Verteilen auf der Anti-Kohle-Ketten-Strecke
    + 13.45 – 14.15 Uhr gemeinsame Anti-Kohle-Kette über die Neiße zwischen Grabice (Polen) und Kerkwitz (Deutschland)
    + ab 14.15 Uhr Rückweg zu den Bussen und Transfer zur Abschlusskundgebung und EndCoal-Festival
  • 15.00 – 17.30 Uhr „EndCoal-Festival“, Markt der Möglichkeiten und Musik am ehemaligen Grenzübergang Sekowice (Gubinek) , mit
    + „Asian Dub Foundation“, elektronische Alternative-Band mit politischen Texten, Großbritannien
    + „Duck or Dove“, DIE Pop-Punk Band aus der Lausitz
    + „Jamal“, Hip-Hop, Reggae, Jazz aus Radom in Polen
    + „ISUA“, Newcomer-Band mit Rock/Pop-Mix aus der Tschechischen Republik
  • 18.00 – 21.00 Uhr „After EndCoal-Festival“, für alle die länger bleiben wollen spielt die Musik noch weiter …
  • Gegen Abend auf dem Camp-Platz
    + „Ari“, female fronted One-Man-Band aus Berlin
    + „Reimteufel feat. Suncelia“, Hip Hop aus Leipzig
    + „Die Skaprifischer“, Ska-Punk aus Dresden

Sonntag 24.08.

  • 10.00 Uhr Kirche Kerkwitz
    Abschluss-Gottesdienst „Selig sind, die Frieden machen“
    mit Braunkohle-Seelsorger und Pfarrer Mathias Berndt und Gastpredigt von Pfarrer und Friedensforscher Dr. Martin Arnold
  • Abbau des Camps, wir suchen noch freiwillige Helfer – bitte am Infozelt melden!

Beschreibung / Informationen zu einzelnen Veranstaltungen


1) „Divestment: Kein Geld mehr für Kohle, Öl und Gas. Wie man öffentliche Institutionen auffordert, nicht länger in fossile Brennstoffe zu investieren“. Eine Kampagne stellt sich vor, mit Isabell Eberlein, fossil free Gruppe Berlin
Divestment bedeutet auf Deutsch desinvestieren, also Investitionen aus fossilen Brennstoffen, wie Kohle, Öl und Gas zurückzunehmen, weil sie moralisch bedenklich sind. Wenn wir den globalen Temperaturansteig auf 2 Grad begrenzen wollen, müssen 80% der Brennstoffreserven bekanntlich unter der Erde bleiben. Deswegen fordert die Divestment Bewegung öffentliche Institutionen, wie Städte, Kommunen, Universitäten und Kirchen dazu auf ihre Investitionen in Kohle, Öl und GAs zurückzunehmen und in erneuerbare Energien beispielsweise zu stecken. Diese Art der Kampagnen hat sich schon mal als erfolgreich erwiesen, im Kampf gegen das Apartheid Regime in Südafrika.
mehr dazu http://gofossilfree.org/de/
In unserem Workshop wollen wir auf die Kampagne aufmerksam machen und alle ermuntern eigene Kampagnen an ihren Unis, in ihren Städten zu starten.


2) „Das EJOLT Projekt und Umweltkonflikte in Deutschland“
mit Gabriel Weber, Lecturer in Business Ethics an der Northumbria University, Newcastle, UK und Fellow bei Fundacio ENT (Umweltforschungsinstitut nahe Barcelona)
Das EJOLT-Projekt (“Environmental Justice Organisation, Liabilities, and
Trade”) wird von Professor Joan Martinez-Alier, UAB – Universitat Autònoma de Barcelona geleitet und hat unter anderem das Ziel eine weltweite Karte von Umweltkonflikten zu erstellen. Umweltkonflikte werden dabei wie folgt definiert „Socio-environmental conflicts that arise from structural inequalities of income and power that lead to impacts on the health and environment of specific populations“. Die verschiedenen Kategorien der EJOLT Map sind Nuclear, Mineral Ores and Building Extractions, Waste Management, Biomass and Land Conflicts, Fossil Fuels and Climate Justice, Water Management, Infrastructure and Built Environment, Tourism Recreation, Biodiversity Conservation Conflicts, sowie Industrial and Utilities. Gabriel Weber hat verschiedene Konflikte aus Deutschland erfasst und berichtet von seinen Erfahrungen.


3) „Fracking & CCS in Europa“
Mit Lothar Lehmann, Netzwerk EnergieBildung in der Altmark
Gestein, Tonschichten, Ölschiefer, Kohleflöze mit Wasser, Sand & Chemikalien oder CO2 unter hohem Druck aufbrechen / aufsprengen, damit sich das Methan (Erdgas) oder Erdöl fördern lässt. Diese Technik sorgt inzwischen weltweit für Aufsehen, aber auch für viel Ärger. Bilder & Kurzfilme & Diskussion über die bereits bekannten Auswirkungen.


4) „Sustainable Energy Workshop“ mit Astghik Sargsyan, Jerewan, Armenien (englisch)
Our global energy future will not – and must not – be identical to what it is today. Renewable energy sources must replace fossil fuels, and in our energy consumption we must embrace smarter and more environmentally conscious choices.
During the workshop it’s projected to discuss possibilities of promoting energy producing/consuming policies and practices through empowering and supporting people to change the way they think and act on energy.


4a) „Kohlebergbau und Planverfahren rechts und links der Neiße“ mit Andreas Stahlberg, Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung Schenkendöbern für Bergbaufragen
Auswirkungen des aktiven Tagebaus Jänschwalde und der Tagebauplanungen D-PL auf die Menschen, Umwelt und die Gemeinde / Stand der Planungen und wie sich die Gemeinde gegen die Verfahren wehrt / Zusammenarbeit in der Region


5) „Energiegewinnung und -speicherung mittels isothermischer Druckluft“ – Eine Innovation – vorgestellt von Dr.-Ing. Jürgen Heinig, Lauchhammer
Das System nennt sich „DPES“= „Dynamisch-Pneumatische Energiespeicherung“. Es hat die großindustrielle Gewinnung und Speicherung von Energie mit Druckluft und Verwertung der Kompressionshitze zum Ziel. Diese Idee ist nicht neu, jedoch leidet dieses Verfahren bisher immer darunter dass die entstehende Kompressionshitze mit viel Aufwand aus dem heißen in den kalten Zustand wieder heruntergekühlt werden muss. Neu an dem hier vorgestellten Verfahren ist der Einsatz von eigens entwickelten Aggregaten, die gestatten, diesen Prozess mit hohem Wirkungsgrad zu realisieren – und das ohne Kohle, Gas, Öl, Uran. Das könnte doch selbst Ignoranten interessieren. Die Investitionskosten liegen bei ca. 50 Prozent der jetzigen, dann sind nur noch leichte Instandhaltungs-Aufwendungen zu erbringen. Trotzdem werden genügend Arbeitskräfte für die Fertigung der Anlagen benötigt.


6) „Billige Kohle für Deutschland und andere EU-Länder“ mit Sebastian Roetters, Powershift
Die großen deutschen Stromversorger importieren große Mengen billiger Steinkohle aus Kolumbien, Südafrika, Russland und den USA. Die Verantwortung für die verheerenden Folgen für Mensch und Umwelt wollen sie nicht übernehmen. Vattenfall, E.ON und RWE verstecken sich hinter der Greenwashing-Initiative „Bettercoal“ und machen weiter Geschäfte mit fragwürdigen Lieferanten, die in schwerste Menschenrechtsverletzungen verwickelt sind.


7) „Fighting coal in Europe – ein überblick über den Kohlewiderstand in Europa“ mit Mona Bricke, Klimaallianz und Kathrin Gutmann, Climate Action Network Europe – in Englisch, Übersetzung in Deutsch nach Bedarf
All over Europe, there are grass-roots initiatives, NGOs and activists fighting against “King Coal”. For many years, this struggle consisted mostly of specific fights against new coal plant projects, many of them in Western Europe. But things are changing: while new coal plants are still a major threat in countries like Poland, Bosnia, Russia and Turkey, movements and activists in other parts of Europe are realizing that the next big thing will be to end the era of coal as soon as possible, which means that existing coal plants and mines need to be shut down, beginning right now. In this workshop, Kathrin Gutmann (CAN Europe) and Mona Bricke (klima-allianz Deutschland) will give an overview of the state of play of coal projects in Europe. They will present campaigns from different countries and on cross-cutting issues that activists from several countries are working on. They will also discuss the challenges faced by coal-dependent regions and how these might be met.


8) „Der Klimawandel erfordert einen neuen Gesellschaftsvertrag“ mit Prof. Dr. Dr. Götz Brandt
Zur Person: Jhg. 1934. Prof. Dr. Dr. Brandt begann seine Laufbahn als Agrarwissenschaftler und Landwirt, promovierte und habilitierte sich auf dem Gebiet Landtechnik, war Professor, wurde aus disziplinarischen Gründen 1975 abberufen, wechselte zur Bauakademie, wurde dort Forschungsgruppenleiter des Instituts für Technologie und Mechanisierung, promovierte auch dort (zum Dr.-Ing), nach der Wende Rehabilitation und Anerkennung als politisch Verfolgter, tätig als kaufm. Direktor der Bauakademie und in Firmenleitungen von Bauunternehmen, Verfasser einerseits von technischen Lehrbüchern und andererseits von zahlreichen Texten und Broschüren zu Umweltthemen. Er arbeitete auch im Sprecherrat der Ökologischen Plattform bei der LINKEN mit.


9) „Freihandelsabkommen wie TTIP (EU-USA) und CETA (EU-Kanada) – eine neue Gefahr für Klima- und Energiepolitik“ mit Peter Fuchs, PowerShift (http://power-shift.de)
Energie ist längst kein regionales Produkt mehr, im Gegenteil: Energierohstoffe wie Kohle, Gas, Öl oder Biomasse werden international gehandelt. Energiekonzerne sind als internationale Investoren unterwegs – und sie drängen auf freien Handel mit ihren Rohstoffen und Endprodukten.
Vor diesem Hintergrund wollen die Bundesregierung sowie die EU-Kommission neue verbindliche Abkommen für den Handel und das Investitionsgeschehen im Energie- und Rohstoffbereich festschreiben.
Dies soll u.a. im derzeit heiss diskutierten TTIP-Abkommen zwischen der EU und den USA geschehen, ferner im CETA-Abkommen zwischen der EU und Kanada sowie in zahlreichen weiteren Freihandels- und Investitionsverträgen. Der Workshop wird einen Einblick in diese für Energie- und Klimapolitik immer wichtigeren Prozesse geben und auf Gefahren sowie Möglichkeiten der Gegenwehr eingehen.


10) „Gesundheitsschäden durch Kohle – Fakten und Argumente“ mit Julia Huscher, Referentin für Energie und Gesundheit bei der Health and Environment Alliance
Gesundheitsthemen wurden als neue, schlagkräftige Argumente gegen Kohle vielfach angepriesen. Doch die Zusammenhänge sind nicht ganz einfach wiederzugeben, und viele GegnerInnen wehren die Argumente ab. Wir nutzen diesen Workshop für Argumentationstraining und Faktenschlacht zur Gesundheit, um Euch auf diesem Gebiet fit zu machen. Input gibt’s von der Gesundheitsorganisation HEAL.


11) „Welche inhaltlichen Eckpunkte muss das EEG enthalten,  um die Energiewende zu beschleunigen anstatt auszubremsen?“ mit Dipl.-Ing (FH) Dieter Brendahl, Cottbus
Zur Person: Jhg. 1934, u.a. Ingenieur für Elektromaschinenbau und BSMR-Techniker, zuletzt tätig als Planer für Kraftwerksleittechnik. Er hat 2013 eine umfangreiche Vorlage zur Novellierung des EEG beim Land Brandenburg eingereicht, worauf dieser Workshop basiert.


12) „Mit Gütekraft aus der Kohle aussteigen“
Der Friedensforscher Dr. Martin Arnold zu Konzepten und Erfahrungen gewaltfreier Aktion
Eine Einführung in das Thema
Der Friedensforscher Dr. Martin Arnold hat die Konzepte unterschiedlicher Protagonist*innen gewaltfreier Aktion erforscht und dabei übereinstimmende Erfolgsmuster herausgearbeitet.
Wir können viel aus den praktischen Erfahrungen des Hindus Mahatma Gandhi, der Christin Hildegard-Goss-Mayr und des Sozial-Anarchisten und Atheisten Bart de Ligt lernen.
Darauf aufbauend wollen wir gemeinsam Ideen für den Kohle-Tagebau-Widerstand in der Lausitz entwickeln.
Martin Arnold engagiert sich seit vielen Jahren praktisch für Gerechtigkeit, Frieden und Nachhaltigkeit. An dem heutigen Abend stellt er das Gütekraftkonzept vor, eine erste praktische Übung wird die Idee vertiefen.
Anmerkung zu den Folgetagen!
Für Mittwoch Nachmittag laden wir engagierte Menschen, insbesondere aus den betroffenen Orten,
ein, gemeinsam an einem konkreten Gütekraft-Konzept für die Lausitz weiterzuarbeiten.
Wohlwollend-gerecht streiten durch zivilen Ungehorsam und andere Aktionsformen:
Mittwoch und Donnerstag Vormittag bietet Martin Arnold vertiefende praktische Workshops an.
Weiterführende Infos:
www.guetekraft.net
www.martin-arnold.eu


13) „Voices of Transition“ – ein Film von Nils Aguilar
Der Mut machende Dokumentarfilm Voices of Transition zeigt anhand positiver Beispiele aus verschiedenen Ländern, wie wir unsere Felder und Städte auf die doppelte Herausforderung von Klimawandel und Erdölknappheit vorbereiten können.
Im Film kommen die wichtigsten Protagonisten des sozialökologischen Wandels in Frankreich, England und Kuba zu Wort. Das kubanische Beispiel beeindruckt vielleicht am meisten: Anfang der 90er holte die Tropeninsel eine katastrophale Wirtschaftskrise heim. Mit viel Improvisation und Geschick schafften es die Kubaner jedoch, aus der Not eine Tugend zu machen und ohne Öl auszukommen. Heute ist das Land zum weltweiten Vorreiter in urbaner Ökolandwirtschaft avanciert.


14) „Heimat“ – Auseinandersetzung mit einem belasteten Begriff“ – mit Dipl. Päd. Michael Spitzer
Welche Bedeutung hat Heimat für die aktuelle Auseinandersetzung mit Vattenfall?
Ziel des zweistündigen Workshops ist es – neben einer Betrachtung der persönlichen Bezüge zum Begriff Heimat- über die politischen Implikationen nachzudenken und die Tauglichkeit für die Anti-Braunkohlekampagne zu überprüfen.
Michael Spitzer, Dipl. Päd. 35 Jahre tätig in der außerschulischen Jugendbildung, ferner in der Lehrer-Aus- und Weiterbildung sowie in der Teamberatung im Haus der Wannseekonferenz


15) Theatergastspiel –Theater am Rand, Zollbrücke
„Machwerk oder Das Schichtbuch des Flick von Lauchhammer“
Von Volker Braun
mit Walfriede Schmidt, Tobias Morgenstern und Jens-Uwe Bogathke
Erzählt werden die tragisch-komischen Schwänke um einen Macher, der kein Werk mehr hat, aber einen Helm, Karabinerhaken und Arbeitshosen. Flick von Lauchhammer. Mit 60 entlassen, stapft er ins Amt zu Frau Windisch und fragt: Wo brennts denn? Volker Braun schickt seinen Don Quichotte der Niederlausitz in die Welt der veränderten Arbeit des 21. Jahrhunderts. Am Ende steht er in Neutrebbin im Oderbruch am Bohrloch, wo das CO2 verklappt wird…


15a) „It’s all about PR –
Ist alles schon schön bunt hier – aber Ästhetik schadet auch nicht.“ (über das Gestalten von Bannern, Fotos, Social Media u.a.) mit Charlene und Julia 15a)
Banner, Fotos, Facebook Veranstaltungen und Tweets – alle Elemente einer Aktion oder Kampagne haben für die Öffentlichkeitsarbeit einen guten Grund – aber oft wirkt es holpriger als sinnvoll. Denn wenn super Inhalte schlecht aufbereitet werden, nimmt sie oft Niemand wahr. Meist lässt sich gerade die Optik ziemlich leicht verbessern – deswegen geht es hier um die Do’s und Don’ts. Es werden praktische Tipps, Tricks und Apps vorgestellt, mit denen sich auch als FreizeitkünstlerIn gute Ergebnisse erzielen lassen. Zusätzlich ist eine kurze Session zum Thema prägnante Sprüche//Forderungen geplant. Wenn Zeit und Lust, können wir auch gern noch über (Online-)Campaigning und dessen (Un-)Sinnhaftigkeit sprechen. Oder rausgehen und Fotos machen. Up to you.


16) „Leben am Rand der Demokratie? – zur Situation in der tagebaugeprägten sächsischen Lausitz“
Vattenfall will im Kirchspiel Schleife im nördlichen Sachsen einen neuen Tagebau eröffnen -Nochten II. Seine energiepolitische Notwendigkeit ist nicht nachgewiesen. Trotzdem sollen 1700 Menschen dem Großprojekt weichen, und schwere Folgeschäden in Kauf genommen werden. Wie konnte es dazu kommen und wer trägt die Verantwortung?


17) „About Coal and Watershortage in South Africa“ mit Kucky Maisanye, Südafrika und Kathrin Ganswindt von “Urgewald” – in Englisch und Deutsch
Lucky Maisanye aus Südafrika berichtet darüber, was Kohleförderung und -verbrennung für die Menschen in seiner Region bedeuten. In der Provinz Mpumalanga wird seid über 100 Jahren Kohle abgebaut und es haben sich, ähnlich wie im Ruhrgebiet, verschiedene Schwerindustrien angesiedelt.
Katrin Ganswindt von urgewald erzählt, was öffentliche und private Banken damit zu tun haben und welche Alternativen es gibt.


18) „Sorbische / Wendische Kultur in der Lausitz“ mit René Schuster, Grüne Liga Umweltgruppe Cottbus
In der Lausitz lebt die Minderheit der Wenden oder Sorben. Während 1000 Jahren in verschiedenen deutschen Staaten hat es seine kulturelle und sprachliche Eigenständigkeit bewahrt – mehr oder weniger. Unter den Braunkohle-Umsiedlungen der letzten 80 Jahre haben vor allem auch sorbische Dörfer gelitten. Als Angehörige dieses „kleinsten slawischen Volkes“ wollen wir Interessierten erste Eindrücke vom wendischen Leben in der Lausitz vermitteln.


19) „Fossile Kraftwerke – überflüssig durch „Power to Gas“ (Strom zu Gas)“ mit Christfried Lenz, BI „Kein Co2-Endlager in der Altmark“
Wenn mehr Wind- oder Solarstrom erzeugt wird als gerade benötigt, kann damit Wasserstoff oder Methan hergestellt werden. Das Gas lässt sich in beliebiger Menge und beliebig lang speichern und bei Bedarf wieder in Energie verwandeln. So werden die Erneuerbaren Energien grundlastfähig. – Der workshop gibt einen Einblick in die Technik, die bisherigen Erfahrungen und das Potential von Power to Gas.
Christfried Lenz ist seit 2010 aktiv in der BI „Kein CO2-Endlager Altmark“. Aus ihr ging 2012 die „BürgerEnergieAltmark eG“ hervor, in der er Gründungs- und Vorstandsmitglied ist. Lenz betont in den Abwehrkämpfen gegen Atom, Kohle, CCS und Fracking stets die positive Alternative: den Umstieg auf Vollversorgung durch Erneuerbare Energien. Hierin sieht er nicht nur eine Notwendigkeit aufgrund des Klimawandels, sondern Anlass für einen Bewusstheitssprung der Menschen.


20) „Ein Euro, eine Stimme – wie käuflich ist unsere Demokratie?“
Vortrag und Diskussion mit Christina Deckwirth (LobbyControl) und Mathew D. Rose (Investigativer Journalist für organisierte politische Kriminalität)
„One person, one vote“ (Eine Person, eine Stimme) ist die Basis der Wahlgleichheit in einer Demokratie. Doch in der heutigen Bundesrepublik droht dieses Gleichheitsprinzip aufgelöst zu werden und zu einem „One euro, one vote“ zu verkommen. Tausenden von Lobbyisten, ausgestattet mit Millionen-Budgets, überschwemmen Berlin. Sie haben selten das Gemeinwohl als Ziel oder die besseren Argumente, aber sie bieten etwas viel Überzeugenderes: Parteispenden, hoch dotierte Jobs und das gebündelte Drohpotential großer Unternehmen und Wirtschaftszweige. Die Entscheidungen, die unseren Alltag bestimmen werden zunehmend nicht im Plenarsaal des Bundestags getroffen, sondern in Hinterzimmern, Luxusrestaurants oder auf so genannten „Informationsreisen“, natürlich bezahlt von Unternehmen. Das erneuerbare Energieprogramm wird torpediert, der Braunkohletagebau gefördert und immer wieder wird versucht, den Einsatz von genveränderten Saatgut durchzusetzen. Obwohl eine Mehrheit der Bevölkerung gegen Braunkohleverstromung und Gen-Saatgut ist, setzen sich die Konzerne immer wieder durch. Lobbyisten beeinflussen Gesetze nicht nur, sie schreiben sogar Gesetzesvorlagen selbst, um sie von Regierung und Parlament verabschieden zu lassen.
Die beiden Referenten, die tagtäglich und über Jahrzehnte für die Wiederherstellung der Demokratie arbeiten, zeigen auf, wie dieses Geld-gegen-Gesetz-Transaktionen funktionieren, ja zum Alltag geworden sind.

„One Euro, One Vote – Is Democracy Up for Sale in Germany?“
„One person, one vote“ is the basis of egalitarian democracy. In Germany this fundamental principle is threatened. The current trend is to “One Euro, one vote”, as thousands of lobbyists with prodigious budgets are setting the political agenda in Berlin. It is not the common weal they are pursuing, nor do they proffer the better arguments. They have something more compelling on offer: political donations, well-paid jobs, and the threats of companies and commercial sectors. The political decisions that affect our lives are increasingly being made not in the seat of government, but in backrooms, luxurious restaurants and during so-called “research travel” including first-class travel and five star hotels paid for by companies with vested interests. The renewable energy program in Germany has been undermined, the mining of lignite is heavily subsidized and there are repeated attempts to permit the use of genetically modified crops. Although the majority of citizens are against the use of lignite to produce electricity and the introduction of GMO crops, commercial interests repeatedly succeed in achieving their goals. These companies not only succeed in dictating the laws, but in the meantime literally write them, after which they are ratified by the Bundestag and the government.
Both speakers, who have worked daily over decades to defend and restore democracy in Germany, will explain how cash-for-law transactions function and have become everyday occurrences.]


21) „Krieg macht Klima oder Wie viele Waffen braucht eine Postwachstumsgesellschaft?“
Mit Dorothee Häußermann und Elke Kasimir, AG „Krieg Macht Klima“ im Netzwerk „ausgeCO2hlt/Energiekämpfe in Bewegung
„Wenn einer fremden Nation der Krieg erklärt wird, wird auch der Erde der Krieg erklärt“
(Barry Sanders)
In der Debatte um Kohleausstieg geht es viel um „Erneuerbare Energien“, „Speichertechnologien“, „Effizienz“ etc. Die Energiewende ist jedoch nicht nur eine rein technologische Angelegenheit. Für einen ganzheitlichen Begriff von Energiewende sollten wir uns auch fragen, wofür unser Strom ver(sch)wendet wird und wer dies entscheidet. Und „Energie sparen“ bedeutet auch: Industriezweige, die nicht dem „Guten Leben“ dienen, drastisch rückbauen oder abschalten. Ein Beispiel dafür ist der Militärapparat: das Pentagon gilt als der größte Einzelverbraucher von Energie. Der Beitrag von Rüstungsindustrie und militärischen Aktivitäten zum globalen Treibhausgas-Ausstoß wird auf 10 Prozent geschätzt – mehr als nur „Peanuts“. In dem Workshop soll der (erstaunlich magere) Forschungsstand zu dem Thema zusammengetragen werden. Außerdem wollen wir mit euch darüber diskutieren, wie wir zum Thema „Klimaschädlichkeit von Krieg“ eine öffentliche Debatte anstoßen können und inwieweit sich darüber Vernetzungsmöglichkeiten für Friedens-, Klima- und Postwachstumsbewegung ergeben.
Elke Kasimir und Dorothee Häußermann sind in der Anti-Kohlebewegung aktiv (ausgeCO2hlt/Netzwerk Energiekämpfe in Bewegung), und haben Anfang des Jahres die AG „Krieg Macht Klima“ mit ins Leben gerufen, die sich über interessierte Mitstreiter*innen und/oder Anregungen freut.


22) „Stress- und Burnout-Prävention für politische Aktivisten“ mit Uschi von „out of action“
Stress wirkt sehr oft gesundheitsschädigend. Die Kommunikation leidet, politische Bewertungen und moralische Empathien werden oft enger, Konflikte und eigene Bedürfnisse werden verdrängt. Wir wollen versuchen, zusammen Strategien herausarbeiten, die helfen Stress zu bewältigen. Betrachtet werden neben den individuellen auch systembedingte Stressfaktoren und wie sie veränderbar sind, z.B. wie kann der Rahmen für die politische Arbeit verändert werden oder zumindest die Bedingungen innerhalb der Gruppierungen/Organisationen.


23) „Perspektiven des Kohlewiderstands in Berlin – Aktionsparcour“
Das Thema Kohleausstieg nimmt in der Debatte von Basisgruppen und großen Umweltverbänden langsam Fahrt auf. Gleichzeitig wird in der Lausitz die Abhängigkeit von der Kohle mit der Entscheidung zu Welzow Süd zementiert. Vattenfall soll hier noch über Jahrzehnte dicke Profite mit der Kohle einfahren und klimaschädliches CO2 in die Luft pusten dürfen.
Was können Perspektiven für einen aktivistischen Widerstand gegen Vattenfalls Braunkohlepolitik  nach dem verlorenen Volksentscheid in Berlin sein? Wie können wir das Thema in Berlin setzen und Vattenfall ans Bein pinkeln?
Diese Fragen wollen Vertreter*innen der linken Klimagruppe gegenstromberlin mit euch diskutieren und Ideen sammeln, wie wir die lokalen Kämpfe in der Lausitz gegen die Braunkohle in Berlin kreativ und aktionistisch unterstützen können.
www.gegenstromberlin.net


24) „Energiewende 2.0 – Aus der Nische zum Mainstream“ mit Dr. Gerd Rosenkranz, Agora Energiewende
Nach fulminantem Start erlebt die Energiewende in Deutschland ihre erste Bewährungsprobe. Der Phase der Markteinführung Erneuerbarer Energien folgt jetzt die Phase der Marktdurchdringung. Deshalb müssen die Instrumente der Energiewende fortentwickelt werden. Leider werden die zuletzt 2011 mit überwältigenden Mehrheiten beschlossenen energie- und klimapolitischen Ziele längst nicht mehr von allen geteilt, insbesondere nicht von denen, die befürchten, zu den Verlierern der Energiewende zu gehören. Die Großrisiken des traditionellen Energiesystems – globaler Klimawandel und nuklearer Katastrophenpotenzial – verschwinden von der politischen Agenda. Stattdessen leisten wir uns eine überzogene Kostendebatte. Noch dazu droht eine fundamentale Fehlsteuerung, die Energiewende nun auch ökologisch zu denunzieren: Ausgerechnet die klimaschädlichsten Kraftwerke auf Basis von Braunkohle werden zu Dauerbrennern und verdrängen vergleichsweise klimafreundliche, flexible Gaskraftwerke. Deshalb steigen die CO2-Emissionen aus der Stromerzeugung erneut an. Doch die Energiewende ist kein industriepolitisches Projekt, das man durchführen oder auch bleiben lassen kann. Sie ist letztlich eine Überlebensfrage.
[Siehe auch die kostenlos herunterladbare Broschüre der Heinrich-Böll-Stiftung  http://www.boell.de/de/2014/04/01/ankuendigung-energiewende-20-aus-der-nische-zum-mainstream]


25) „Bioenergiedorf-Coaching – konkrete Lösungen der Energiewende vor Ort finden und umsetzen“ – mit Andrea Liane Spangenberg, Bioenergiedorf Coaching Brandenburg e.V.
Der Begriff „(Bio)Energiedorf“ ist eine Marke und geht über das „Dorf“ hinaus, denn auch Städte, Stadtteile, Gemeinden, Gemeindeteile, Ortsteile, Dörfer haben Potentiale.
Das Wortteil „Bio“ steht für die neuen Werte:
B = Beteiligung / I  = Innovation / O = Oekologie
Dabei geht es im Coaching um Prüfung der ganz konkreten örtlichen Potenziale, z.B
der Einsparung von Energie und der Energieeffizienz,
der Schaffung von Wertschöpfungsketten durch Nutzung der Erneuerbaren Energien, durch Nutzung und Umsetzung der sich daraus ergebenden neuen Möglichkeiten zur Wiedererlangung von umfassenden funktionierenden Strukturen in wirtschaftlichen und soziogesellschaftlichen Bereichen, um insbesondere auch dem demographischen Wandel begegnen zu können,
der Gestaltung eines umweltgerechten Wohnumfeldes eines jeden einzelnen unter Berücksichtigung der Rohstoffverknappung,


26) „Warum der Ausstieg aus der Kohle wichtig ist für unsere Zukunft“
Prof. Dr. Manfred Stock, Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK)
Der Weltklimarat IPCC hat vor kurzem seinen fünften Sachstandsbericht (AR5) veröffentlicht und darin bestehende Erkenntnisse zum derzeitigen außergewöhnlichen Klimawandel bestätigt und weiter konkretisiert. Verstärkt sich der Klimawandel in den kommenden Jahrzehnten weiter, nimmt Hitzestress zu, Extremereignisse werden voraussichtlich häufiger und führen zu stärkeren negativen Folgen für Gesellschaften, Wirtschafts- und Ökosysteme. Zur Begrenzung der damit verbundenen Risiken erfordert das sog. 2 Grad Ziel, dass nicht nur ein Großteil an fossilen Energieträgern im Boden verbleibt, sondern in der zweiten Hälfte diese Jahrhunderts Kohlendioxid sogar wieder aus der Atmosphäre entfernt werden muss.


27) „Flucht und Vertreibung durch den Klimawandel“ mit Harald Glöde von Borderline Europe
Es gibt viele verschiedene Gründe, warum Menschen ihr Heimatland verlassen: Krieg, Verfolgung, Zerstörung von Lebensgrundlagen. Der Klimawandel, in der öffentlichen Wahrnehmung verdrängt und verleugnet, ist jetzt schon ein weiterer Grund, warum Menschen gezwungen werden, ihre Siedlungsgebiete zu verlassen um überleben zu können. Und auch hier trägt der reiche Norden mal wieder die Hauptverantwortung für die Ursachen der Vertreibung. Gleichzeitig aber unternimmt der Norden, konkret die Europäischen Union, immer größere Anstrengungen um ihre Grenzen abzuschotten und aufzurüsten und hat dabei keinerlei Skrupel, mitschuldig an dem Tod von Tausenden zu werden.


28) „Mit der Sonne kochen …“ mit Birgit Kursawe
– Vormittags:
Mit der Satellitenschüssel Zwiebeln braten.
Mit Pappe und Rettungsfolie Kartoffeln kochen.
Mit Holz und Glas Kuchen backen.
– ab 13:30 Uhr für eine Stunde: für Kids und Jugendliche, vegane Pfannkuchen, zubereitet mit der Satellitenschüssel. Begrenztes Angebot für ca. 10 Personen.
– Workshop ab 15:30 Uhr: Solar-Campingkocher aus Pappe und Rettungsfolie selber bauen, ab 3 Teilnehmer*innen.


29) Busexkursion „Energiewende in Bürgerhand! – Tagesexkursion in die Energieregion Lausitz“
Braunkohletagebau Cottbus-Nord, Kraftwerk Jänschwalde, der vom Bergbau betroffene Ort Taubendorf, Windpark in Drehnow, Bürger-Solaranlage in Kerkwitz, Gespräche mit Bürgern vor Ort über Potenziale der erneuerbaren Energien
Mit Sebastian Zoepp, Spreescouts, Teilnehmerzahl ist begrenzt auf 16 Personen, Voranmeldung angeraten, vor dem 16.8. bei zoepp@spreescouts.de, danach im Infozelt, Teilnahme kostet 10 Euro, ist bereits ein gestützter Betrag, wer sich den nicht leisten kann, erhält einen Zuschuss.