Braunkohle und alternative Energien

Eine sichere Energieversorgung ist auch ohne neue Tagebaue möglich. Einen Umbau des Energiesystems können die Industrieländer angesichts der weltweiten Energiekrise in keinem Fall umgehen. Rechtzeitiges Umdenken erleichtert diesen Prozess.

Schon die Enquete Kommission „Nachhaltige Energieversorgung“ des Deutschen Bundestages bezeichnet in ihrem Bericht von 2002 Effizienzsteigerung und erneuerbare Energien(1) als einzigen nachhaltigen Entwicklungspfad. Er ermöglicht sowohl den Ausstieg aus der Kernenergie bis 2030, als auch eine wesentliche Reduzierung der Nutzung fossiler Energien. Erneuerbare Energien können so bis zum Jahr 2050 mindestens 50 Prozent des Primärenergieverbrauches abdecken. Rein technisch wäre selbst eine Vollversorgung bis 2050 erreichbar. Im Februar 2007 erschien die Leitstudie des Bundesumweltministeriums, die ebenfalls von einer extremen Verringerung der Braunkohlenutzung bis 2050 bei gleichzeitigem Atomausstieg ausgeht, wie die Abbildung zeigt.(2) Die für 2050 noch angesetzten 46 PetaJoule Energie aus Braunkohle entsprechen etwa 5 Millionen Tonnen Jahresförderung in Deutschland (derzeit 40 Mio. t allein in Brandenburg).

Die absoluten Zahlen für Öl und Gas sinken in diesem Leitszenario gegenüber heute ebenfalls. Damit tritt also keine steigende Importabhängigkeit ein. Während einzelne Politiker geradezu eine Bedrohung aus dem Osten herbeireden wollen, um für neue Braunkohletagebaue zu werben, enthalten die von ihnen vertretenen Energieprognosen sogar eine höhere Einfuhr von Öl und Gas!(3) Kann man die Abhängigkeit von heimischer Braunkohle als Unabhängigkeit schönreden? Ohne Zweifel gibt es auch Fehlentwicklungen bei der Nutzung erneuerbarer Energien. Diese sind aber von den Regierenden selbst zu verantworten, nicht von Umweltverbänden oder Oppositionsparteien, die meist andere Konzepte gefordert haben.(4) Die Energieeinsparung im Leitszenario würde übrigens bei steigendem Komfort allein durch Effizienzsteigerung erreicht. Das heißt, bei einem sparsameren Lebensstil wäre sie noch viel schneller und leichter möglich.

Das es sogar möglich ist, mit erneuerbaren Energien Grundlastversorgung abzusichern, wurde im Herbst 2007 mit dem Kombikraftwerk- Projekt nachgewiesen.  (www.kombikraftwerk.de)
Endenergieverbrauch im LEITSZENARIO 2006 nach Herkunft der Endenergie und zusätzliche Effizienzgewinn bei der Endenergie gegenüber Referenzszenario von Prognos/EWI („REF 2005“).

Fußnoten:
(1) die sogenannten „REG/REN- Offensive“
(2) Leitstudie 2007 „Ausbaustrategie Erneuerbare Energien“ Untersuchung im Auftrag des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Februar 2007
(3) Das BMU-Leitszenario erwartet im Jahr 2050 noch 2011 PetaJoule aus Mineralöl und 1756 PJ aus Erdgas, Erdölgas und Grubengas, das Referenzszenario des Wirtschaftsministeriums von PROGNOS/EWI dagegen 3758 PJ aus Mineralöl und 3436 PJ aus Gas. Im Referenzszenario ist die Importabhängigkeit somit höher!
(4) z.B. regionale Wirtschaftskreisläufe statt europaweiter Beimischungspflicht bei Pflanzenöl

Quelle: www.lausitzer-braunkohle.de/thema_energie.php

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